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In der Pflege, der Fürsorge, in Krankenhäusern, Hospizen und in Altenheimen hört man es immer wieder: Das Personal ist überlastet. In den „helfenden“ Berufen gibt es die häufigsten sogenannten Burnouts. Aber sollen wir den Wunsch einiger Menschen, in solchen Berufen zu arbeiten, gleichsetzen mit dem pauschalen Urteil namens „Helfersyndrom“? Menschen brennen auch aus durch den Mangel an Anerkennung und angemessener Entlohnung, nicht nur durch die Menge der Arbeit.

Bei Syndrom denke ich an die tatsächliche Bedeutung dieses Wortes: das gleichzeitige Auftreten meherer Symptome einer Erkrankung. Nein – ich weigere mich, solchen Leuten – und auch mir selbst – dieses Label anzuheften. Mag sein, dass es vereinzelt tatsächlich so eine Störung mit Krankheitswert gibt, die Menschen dazu treibt, sich über jedes erdenkliche Maß hinaus bis zur Selbstaufgabe aufzuopfern, aber ich mag es nicht besonders, wenn die Umgangssprache dazu führt, dass man derartig diagnostiziert oder gar stigmatisiert wird.

Wenn Menschen sich über das gesunde Maß hinaus engagieren, dann kann man vielleicht sagen, sie schaffen es nicht, Grenzen zu setzen, oder rechtzeitig Nein zu sagen. An dieser Stelle kann ich für mich schon einmal sagen: ich habe kein „Helfersyndrom“, auch nicht, wenn wir es in Anführungszeichen schreiben. Ich möchte Menschen zwar helfen und Anregungen geben, sie auf ihrem Weg begleiten, vielleicht auch,  mit ihnen fühlen, aber keinesfalls möchte ich mich aufopfern.

Selbstfürsorge ist eine Pflicht an sich selbst, die man ernst nehmen sollte. Das sorgende Handeln für sich selbst ist ein wichtiges Thema, das ich in der Arbeit mit meinen Klienten aus allen Richtungen betrachte, beleuchte und übe.  Hier kann ich mit ihnen Muster entdecken, ihr Verhalten analysieren, Alternativen suchen und neue Handlungsmodelle ausprobieren.

Und dann ist es mir ein großes Anliegen, mich mit Sprache zu beschäftigen, den Worten auf den Grund gehen, über Deutungen und Bedeutungen zu reden, besonders, da uns doch die Sprache oft auf falsche Fährten führt. Ein möglichst genaues Verstehen dessen, was der andere sagen will, ist essentiell in der Arbeit mit Klienten, denn ohne sie genau zu verstehen, können wir auch nicht das Beste in unserer Arbeit leisten.

Ihre Susanne Eder

Autorin: Susanne Eder, www.susanneeder-hamburg.de

Liebe Leser,

kennen wir das nicht alle, nicht nur die Autofahrer unter uns, sondern wir alle, die wir manchmal denken: es MUSS doch nun aber mal langsam losgehen?

Was ist das bloss, was uns so bremst? Was ist das bloss, was uns so hemmt? Wir kommen und kommen nicht voran, obwohl wir uns so sehr abstrampeln? Wer, zum Teufel, hat uns bloss so einen blöden Hemmschuh angezogen?

Waren wir das womöglich selbst? Ziehen wir uns nicht tatsächlich alle unsere Schuhe – auch unsere Hemmschuhe – selber an?

Ich stelle einmal wieder eine ganz schöne Menge Fragen, aber seien Sie ehrlich, diese Fragen beschäftigen uns manchmal doch alle, und wir kennen Sie nur allzu gut. Das Knöpfchen zum Lösen der Handbremse jedoch liegt immer in derselben Hand. In der Hand des Fahrers. Und das sind wir doch selbst, oder nicht?

Und wie macht man das also, wenn wir glauben, so gar nicht mehr in Schwung kommen zu können? Es hilft nichts, wir müssen uns ein wenig anstrengen und es einfach tun. Selbst wenn die Handbremse eingerostet ist, mit ein wenig Kraft und – tja, vielleicht auch Zähne zusammenbeissen – wird es schon klappen.

Glauben Sie mir, ich bin Spezialistin von und mit Handbremsen. Meine zieht sich auch manchmal an, wie von ganz allein. Und dazu sind nicht viele Dinge nötig. Es sind möglicherweise einfach nur etwas zu wenig Begeisterung, die Ihr Angebot bei anderen Menschen auslöst, ein geplatzter Termin, ein Tag ohne Anrufe. Und wenn dann das Energielevel nicht so ganz stimmt, wir unausgeschlafen am Schreibtisch sitzen und alles andere lieber tun würden, dann mag das alles seine Berechtigung haben und vielleicht brauchen wir einen oder zwei Tage Nichtstun. Aber dann:

Handbremse lösen, Gang einlegen und wieder durchstarten! Das ist alles. Klingt ganz einfach, oder? Wenn Sie dabei ein wenig Hilfe brauchen, holen Sie sie sich, ganz ohne falschen Stolz, wir alle brauchen das von Zeit zu Zeit.

In diesem Sinne, starten Sie wieder durch, geben Sie Gas und dann wünsche ich Ihnen eine grüne Welle!

Ihre Susanne Eder
Autorin: (c) Susanne Eder