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Mit angezogener Handbremse fahren

Liebe Leser,

kennen wir das nicht alle, nicht nur die Autofahrer unter uns, sondern wir alle, die wir manchmal denken: es MUSS doch nun aber mal langsam losgehen?

Was ist das bloss, was uns so bremst? Was ist das bloss, was uns so hemmt? Wir kommen und kommen nicht voran, obwohl wir uns so sehr abstrampeln? Wer, zum Teufel, hat uns bloss so einen blöden Hemmschuh angezogen?

Waren wir das womöglich selbst? Ziehen wir uns nicht tatsächlich alle unsere Schuhe – auch unsere Hemmschuhe – selber an?

Ich stelle einmal wieder eine ganz schöne Menge Fragen, aber seien Sie ehrlich, diese Fragen beschäftigen uns manchmal doch alle, und wir kennen Sie nur allzu gut. Das Knöpfchen zum Lösen der Handbremse jedoch liegt immer in derselben Hand. In der Hand des Fahrers. Und das sind wir doch selbst, oder nicht?

Und wie macht man das also, wenn wir glauben, so gar nicht mehr in Schwung kommen zu können? Es hilft nichts, wir müssen uns ein wenig anstrengen und es einfach tun. Selbst wenn die Handbremse eingerostet ist, mit ein wenig Kraft und – tja, vielleicht auch Zähne zusammenbeissen – wird es schon klappen.

Glauben Sie mir, ich bin Spezialistin von und mit Handbremsen. Meine zieht sich auch manchmal an, wie von ganz allein. Und dazu sind nicht viele Dinge nötig. Es sind möglicherweise einfach nur etwas zu wenig Begeisterung, die Ihr Angebot bei anderen Menschen auslöst, ein geplatzter Termin, ein Tag ohne Anrufe. Und wenn dann das Energielevel nicht so ganz stimmt, wir unausgeschlafen am Schreibtisch sitzen und alles andere lieber tun würden, dann mag das alles seine Berechtigung haben und vielleicht brauchen wir einen oder zwei Tage Nichtstun. Aber dann:

Handbremse lösen, Gang einlegen und wieder durchstarten! Das ist alles. Klingt ganz einfach, oder? Wenn Sie dabei ein wenig Hilfe brauchen, holen Sie sie sich, ganz ohne falschen Stolz, wir alle brauchen das von Zeit zu Zeit.

In diesem Sinne, starten Sie wieder durch, geben Sie Gas und dann wünsche ich Ihnen eine grüne Welle!

Ihre Susanne Eder
Autorin: (c) Susanne Eder